Sammlung Adler


Die "Sammlung Adler" ist eine Sammlung von Materialien zur Geschichte der Stadt und des Kreises Schweidnitz (Schweidnitz wurde erst ab 1.4.1899 kreisfreie Stadt). Die Materialien wurden in den vergangenen Jahrzehnten von mir zusammengetragen. Ein wesentlicher Teil ist als "Sammlung Adler" in der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften (OLB) in Görlitz zu besichtigen. Es existiert eine ständige Ausstellung von Exponaten. Die Besichtigung des Ausstellungsraumens ist in die Besichtigung des Museums der Städtischen Sammlungen für Geschichte und Kultur Görlitz eingebunden.

Neben der ständigen Ausstellung lagert umfangreiches Archivmaterial vor Ort. Eine Benutzung des Archivmaterials der Sammlung (d.h. benutzen im Leseraum der OLB) ist nur über die OLB möglich.


Prospekt
Hier finden Sie den 
Prospekt zur "Sammlung Adler", welcher den Inhalt und Zweck der Sammlung in Form eines kurzen geschichtlichen Abrißes der Stadtgeschichte darlegt (download pdf, 40 kB).


Führer durch die Ausstellung
Hier finden Sie den Führer durch die ständige Ausstellung. Es werden alle dort ausgestellten Exponate aufgeführt und zum grossen Teil erläutert (download pdf, 77 kB).


Bestand
Die Sammlung lagert noch nicht vollständig in der OLB in Görlitz. Hier finden Sie ein 
Bestandsverzeichnis über den Gesamtbestand der Sammlung (download pdf, 136k).


Zum Standort der "Sammlung Adler" 2009

Wie bekannt habe ich 1994 meine umfangreiche Sammlung über unsere Heimatstadt der Stadt Görlitz übergeben, die als Gegenleistung einen Raum für eine Dauerausstellung "Schweidnitz" im Barockhaus Neißstraße 30 zur Verfügung stellte. In zuletzt 7 Vitrinen konnte die deutsche Vergangenheit wenigstens notdürftig dokumentiert werden. Ein Großteil der Schauobjekte musste freilich in den Schränken versteckt bleiben. Als der Plan eines totalen Umbaus des Gebäudes auftauchte, machte der für die Görlitzer Kunstszene zuständige Jasper v. Richt­hofen klar, dass - entgegen den vertraglichen Abmachungen von 1984 - nach Fertigstellung kein eigener Raum für Schweidnitz mehr zur Verfügung stünde. Man wolle zwar Einzel­objekte bei Sonderausstellungen zeigen, der größte Teil der Exponate aber werde im Magazin sorgfältig gepflegt und gehütet werden. Genau das aber sollte mit den Abmachungen von 1994 vermieden werden - gerade auch die Alltagskultur, Leben und Treiben der Menschen, ihre Arbeit und ihre Erholung, Schule und Kirche, Vereine und Produktionsstätten sollten in möglichst vielen Facetten ständig sichtbar sein - soweit sich dies nach dem Verlust der Heimat überhaupt noch dokumentieren ließ. Dabei war schon die Beschränkung auf einen Raum ein zwar vertretbarer, aber auch schmerzhafter Kompromiss gewesen, der aber mehr als 10 Jahre gehalten hatte. Ein einjähriger Kampf mit immer wiederholten gleichen Aussagen begann. Ich wäre schließlich trotz Bedenken sogar bereit gewesen, ein äußerst verlockendes Angebot aus Schweidnitz anzunehmen, wo man mir ein ideales, frisch renoviertes Zimmer im MUZEUM anbot – zentral gelegen im 1. Stock des früheren Rathauses, wo einst OB Trzeciak/Trenk residiert hatte. Das aber lehnte die Stadt Görlitz - seit 1994 ja Eigentümerin aller dorthin abgelieferten Objekte! - ab.

Ein gangbarer Ausweg fand sich, als Dr. Gerhard Kaske und Sigismund Frh. v. Zedlitz die STIFTUNG SCHLESISCHE HEIMATSTUBEN – Sitz in Görlitz - ins Leben riefen. Sie hatten das Problem erkannt, das zunehmend alle ca. 70 oder 80 schlesischen Heimatsammlungen bedrohte – wie es eben mit der „Sammlung Adler“ geschah. Nach dem Tode der Erlebnisgeneration wäre kaum Widerstand zu er­war­ten, wenn die Träger die Räume anderweitig nutzen und die „out“ und lästig gewordenen Erin­nerungen an die 700jährige deutsche Vergangenheit einer längst polnischen Stadt ins Magazin verbannen und sie dort verstauben lassen. Dies zu verhindern, hat sich die STIFUNG zum Ziel gesetzt. Sie will alle in ihrem Bestand gefährdeten Sammlungen zentral zusammenführen und für die Zukunft retten. Diesem notwendigen (im wahrsten Sinne des Wortes!) Ziel verschloss sich der Görlitzer OB Paulick nicht. Er förderte das Vorhaben dadurch, dass er der STIF­TUNG für die Unter­bringung der Sammlungen ein leer stehendes Schulhaus anbot und sich bereit erklärte, ihr die „Sammlung Adler“ zu übergeben. Inzwischen konnte die STIFTUNG aber eine noch bessere Unterkunft im frisch renovierten Schloss Markersdorf bei Görlitz finden, wo hoffentlich schon im Herbst die „Sammlung Adler“ wieder zugänglich sein wird.

Die STIFTUNG SCHLESISCHE HEIMATSTUBEN ist der Versuch, in wahrlich letzter Minute die unter großen Opfern an Zeit und Geld zusammen getragenen Zeugnisse aus Schlesiens deutscher Vergangenheit auf Dauer zu sichern und verdiente deshalb jede Unterstützung. Leider sehen die drei etablierten Museen hier eine - nur unter bestimmten Aspekten verständliche! - unliebsame Konkurrenz. Das ergibt sich aus einer gemeinsamen Erklärung der Leiter des Schlesischen Museums zu Görlitz, Dr. Markus Bauer, des Museums für schlesische Landeskunde/Haus Schlesien in Königswinter, Nicola Remig, und des Oberschlesischen Landesmuseums in Ratingen, Dr. Stefan Kaiser, veröffentlicht im Juni-Brief aus dem Haus Schlesien. Dabei ergänzen sich die Ausstellungsobjekte doch gegenseitig. Die genannten Museen können nur besonders herausragende Objekte der schlesischen Kultur zeigen. Die Bestände der STIFTUNG spiegeln dagegen überwiegend das Alltagsleben in all seiner Vielfalt wieder. Im Interesse Schlesiens und der Schlesier liegt eine von Futterneid bestimmte Haltung bestimmt nicht!

Für alle, die Näheres über die STIFTUNG erfahren möchten, hier die Anschrift des 1. Vorsitzenden: Dr. Gerhard Kaske, Flämingstr.20, 45770 Marl. Tel. 02365/32359. eMail gerhard.kaske@gmx.de, Die Webseite finden Sie unter www.stiftung-schlesische-Hei­matstuben.de.

N.B! Die reichen Buchbestände der "Sammlung Adler" (soweit sie nicht noch bei mir sind) bleiben wie bisher weiter unter der fachlichen Betreuung der OBERLAU­SIT­ZISCHEN BIBLIOTHEK DER WIS­SENSCHAFTEN (OLB), Leiter Matthias Wenzel, die für die Zeit des Umbaus ebenfalls ein Ausweichquartier beziehen musste, und zwar in der Arndtstr. 11a, 02826 Görlitz. Webseite: www.olb.goerlitz.de, Mail: m.wenzel@goerlitz.de. Dort können die Bücher benützt und auch ausge­lie­hen werden.